Ausstellung über Hautflügler im Landratsamt - Viele Infos über Hornissen, Wespen und Ameisen

16. April 2024: Hornissen, Wespen und Ameisen haben eines gemeinsam: Sie gehören zu den sog. Hautflüglern und werden meist als lästig empfunden. Um diese Vorurteile auszuräumen und mehr über diese besonderen Arten zu erfahren, hat die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Pfaffenhofen eine Ausstellung zusammengestellt.

Diese kann von 22. April bis 5. Mai in der Eingangshalle des Landratsamtes am Hauptplatz 22 in Pfaffenhofen zu den normalen Öffnungszeiten besucht werden.

Wespen und Hornissen

Gegenüber Menschen verhalten sich in der Regel nur zwei der 16 in Deutschland vorkommenden typisch gelb-schwarzen Wespenarten lästig: die Deutsche und die Gemeine Wespe. Diese sind vor allem im Spätsommer, wenn das allgemeine Nahrungsangebot für die mittlerweile sehr großen Völker zu gering ist, auf der Terrasse oder dem Balkon zum Beispiel am Grillfleisch, am Kuchen oder am Eisbecher zu finden. Die anderen Arten, genauso wie die Hornissen, sind zumeist friedlich. Sie alle eint ihre Nützlichkeit: Gerade die individuenstarken Völker verfüttern im Vergleich zu einer Singvogelfamilie ein Vielfaches an Biomasse (z. B. Mücken) an ihren Nachwuchs. Zudem leisten sie zur Bestäubung einen wertvollen Beitrag, da sie ihren eigenen Energiebedarf durch Blütennektar decken.

Alle Wespen- und Hornissenarten stehen unter dem allgemeinen Artenschutz des Bundesnaturschutzgesetzes. Eine Entfernung eines Nestes ist nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig, welche die untere Naturschutzbehörde oder ein Fachmann je nach Einzelfall prüfen. „Manche Arten stehen sogar unter dem besonderen Artenschutz. Eine Nestentfernung ist hier nur mit vorheriger Ausnahmegenehmigung möglich. In solchen Fällen oder bei Unklarheiten sollten sich Betroffene unbedingt mit uns in Verbindung setzen“, so Gudrun Bosch, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde.

Im Jahr 2018 hat die Untere Naturschutzbehörde ein ehrenamtliches Hornissen- und Wespenberaternetzwerk aufgebaut, das mittlerweile aus 20 ausgebildeten Beraterinnen und Beratern besteht. Diese beraten bei Problemen und versuchen, geeignete Lösungen für die jeweilige Ausgangslage zu finden. Die Kontaktaufnahme erfolgt über die Untere Naturschutzbehörde. In den vergangenen Jahren konnten so zahlreiche Nester an Ort und Stelle verbleiben oder umgesiedelt werden. Nur in den seltensten Ausnahmefällen musste eine Abtötung erfolgen.

Ameisen

Ein ähnlich schlechter Ruf wird auch Ameisen nachgesagt. Diese Insekten, z. B. Waldameisen, sind jedoch enorm wichtig für das Ökosystem des Waldes. Ameisen sind eine wichtige Nahrungsgrundlage für viele Waldtiere sowie ein bedeutender Verbreiter von Samen. Gudrun Bosch: „Die Bestände der Waldameisen sowie der weiteren Ameisenarten gehen trotz ihres bereits seit 200 Jahren bestehenden Schutzstatus leider immer weiter zurück. Um diesem negativen Trend entgegenzuwirken, wurde von der Unteren Naturschutzbehörde der Aufbau eines Ameisennetzwerks in die Wege geleitet.“

Die Ausstellung im Landratsamt kann auch am Sonntag, 5. Mai (Dult in Pfaffenhofen), besichtigt werden. An diesem Tag sind eine Mitarbeiterin bzw. ein Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde sowie eine ehrenamtliche Beraterin bzw. ein ehrenamtlicher Berater vor Ort, um Fragen zu beantworten und sich persönlich zur Thematik auszutauschen.

Die Untere Naturschutzbehörde freut sich schon jetzt auf viele interessierte Besucherinnen und Besucher.